Interview
Wie ist der Roman entstanden?
Hortense Ullrich: Über eine Entfernung von 250 Kilometern. Per E-Mail, wie sich das gehört für einen E-Mail-Roman.
Joachim Friedrich: Hortense und ich haben uns auf einer Lesereise kennengelernt und fanden uns gleich sympathisch.
HU: Achim musste über die Geschichten, die ich aus meinem chaotischen Alltag erzählt habe, lachen. Und Leute, die über meine Geschichten lachen, mag ich immer sofort und auf Anhieb.
JF: Also führten wir einen lockeren E-Mail-Austausch, über den wir uns jeweils köstlich amüsierten, weil in unserem Leben eine Menge verrückter, kurioser und witziger Dinge passieren – weiß auch nicht, warum.
HU: Und dann dachten wir, warum schreiben wir nicht einfach zusammen ein Buch?
Wie sah Ihre Zusammenarbeit aus?
HU: Jeder von uns hat sich einen Protagonisten ausgedacht und das entsprechende Umfeld. Aber wir haben dem anderen vorab keine Information darüber gegeben. Er lernte die Hauptperson „auf der Gegenseite“ auch erst beim Schreiben kennen. Zwar schrieb man damit immer ein bisschen ins Ungewisse, doch der Vorteil war: Es blieb für uns spannend und wir kamen auch nicht in Versuchung, einen Handlungsablauf abzusprechen. Wir vereinbarten, dass wir mit einem Irrläufer starten, also einer Mail, die gar nicht für den Adressaten bestimmt war.
JF: Es war unglaublich spannend, witzig und kreativ. Es entstanden neue Figuren, die plötzlich zum Leben erwachten, die in immer neue und verrücktere Abenteuer gerieten, von denen wir oft genug selbst keine Ahnung hatten, wie wir sie da wieder rausbringen sollten.
HU: Tatsächlich hatten wir nach ein paar Wochen einen 300-Seiten-Roman fertig. Wir waren begeistert, waren in absoluter Hochstimmung und entschieden - das Manuskript wegzuwerfen und noch mal von vorne anzufangen.
JF: Zu diesem Zeitpunkt hatten wir dem Thienemann Verlag noch nichts von unserem Projekt erzählt, wir wussten ja selbst nicht, ob unser Plan aufgeht.
HU: Mit dem zweiten Versuch waren wir sehr zufrieden. Wir schickten das Manuskript an den Verlag und hielten die Luft an. Gott sei Dank kam die Antwort prompt und es herrschte auch dort uneingeschränkte Begeisterung.
Worum geht es in dem Buch?
HU: Hm. Tja. Ist echt schwer zu beschreiben. Es kommen zwei Teenager darin vor. Also, Konditorsohn trifft Millionärstocher? Nee, sie treffen sich ja nie. Ups, habe ich jetzt schon zu viel verraten?
JF: Die Protagonisten sind die Teenager Berry und MAX (Mathilda Antonia Xenia). Sie Tochter reicher (sehr reicher!) Eltern, aufmüpfig, gegen den Strich gebürstet und von der „wohlstandsverwahrlosten“ Gesellschaft genervt. Denken Sie jetzt an eine sozialkritische Geschichte? Vergessen Sie es! MAX hat ihre ganz eigene Art, es der „High Society“ zu zeigen. Berry ist der gutmütige und etwas phlegmatische Sohn einer Konditorenfamilie mit eigenem Café. Es passiert nicht viel Aufregendes bei ihm – bis MAX in sein Leben tritt.
HU: Eigentlich durch Kleinigkeiten ausgelöst, geraten die beiden immer wieder in spannende, aber vor allem absurde Situationen – und treffen dabei auf ausgesprochen schräge Vögel. Ob es coole Detektive, eine ALDI-süchtige Sekretärin, eine sehr distinguierte Großmutter, stinkreiche Väter oder pokernde Omas sind. Es ist wirklich alles dabei!
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