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PinkMuffin@BerryBlue

Interview

Wie kamen Sie auf die Idee zu PinkMuffin@BerryBlue?

Hortense Ullrich: Ich wollte unbedingt mal ein Buch aus zwei Perspektiven schreiben und eine ungewöhnliche Erzählform benutzen. Und da ich Achims Humor sehr schätze, hatte ich ihn gefragt, ob er wohl Lust zu diesem Projekt hat. Für verrückte Ideen ist er jederzeit zu haben, also hat er keine Sekunde gezögert und wir haben einfach drauflos geschrieben.

Joachim Friedrich: Ich muss gestehen, dass ich nicht auf die Idee kam, sondern Hortense Ullrich. Wir hatten immer schon den Wunsch ein Buch gemeinsam zu schreiben, wussten aber nicht, wie wir das zeitlich geregelt bekommen sollten. Und eines Tages erreichte mich eine mail von Hortense Ullrich mit der Idee eines Email-Romans.

Wie arbeiten Sie an der Serie? Entstehen die Romane tatsächlich in E-Mails oder setzen Sie sich zusammen, um zu beraten, wie es weitergeht?

HU: Die ersten Bände sind tatsächlich mail für mail entstanden. Das hat Spaß gemacht, war spannend für Achim und mich, aber es war sehr Zeitaufwändig, weil uns beim Schreiben dann immer neue Ideen kamen, die wir in die bereits geschriebenen mails einbauen mussten, sprich umschreiben. Dann dachten wir, ist vielleicht doch besser, wenn man vorher abstimmt, was passiert und wir haben uns getroffen und ein Konzept erarbeitet und den Inhalt vorm Schreiben abgesprochen. Aber beim Schreiben überraschen wir uns dann doch immer mit neuen Wendungen. Dann stoppen wir und fangen noch mal von vorne an. Also egal, wie man vorgeht, so genau kann man es eben doch nicht festlegen, unsere Helden haben manchmal ihre eigenen Ideen, was sie tun...

JF: Wir schreiben die Geschichten tatsächlich mail für mail, die wir uns jeweils schicken.

Steht bei den einzelnen Bänden von Anfang an fest, was darin passieren wird oder entstehen sie beim Schreiben?

HU: Das Grundgerüst steht, aber für neue Entwicklungen sind wir immer offen.

JF: Wir haben schon ein Grundkonzept für die Geschichte. Es bleibt aber immer noch genug Platz für Überraschungen. Manchmal bringen wir den jeweils anderen in Situationen, aus denen wieder herauszukommen eine echte Herausforderung ist. Aber genau das ist der Spaß an dieser Art Geschichten zu erzählen.

Schreibt jeder von Ihnen nur für seine Figur oder schreiben Sie gemeinsam für beide?

HU: Es gibt nur zwei Figuren, die grundsätzlich festgelegt sind: Berry und MAX. Der Rest ergibt sich aus den mails, je nachdem, wer wovon erzählt. Also wenn MAX in Berrys Welt ist, schreibe ich Berrys Eltern und die Kaffee-Omis etc., und wenn Berry bei MAX ist und berichtet, schreibt Achim die Hardenbergs etc. Eben genauso, wie man sich mails schreiben würde. Aber wir dürfen uns gegenseitig „reinreden“ und reklamieren, wenn uns etwas nicht gefällt.

JF: In dieser Hinsicht sind diszipliniert. Wir schreiben nur für unsere eigene Figur: Ich bin BerryBlue und Hortense Ullrich ist PinkMuffin. Allerdings lassen wir unsere Figuren durchaus in der Welt des jeweils anderen agieren. Bei dem neuen Buch „Rollentausch“ ist dies sogar das Konzept.

Wo kommen Ihnen Ihre besten Ideen?

HU: Wenn ich gemütlich auf einem Sessel sitze, mit hochlegten Beinen, und vor mich hinstarre. Wirkt merkwürdig für arglose Betrachter (also, das reglos-in-die-Luft-gucken; auf einem Sessel sitzen ist ja nicht so ungewöhnlich) aber es funktioniert. Wenn ich dann allerdings mit Achim telefoniere, um ihm das Ergebnis meines Sitz-Marathons mitzuteilen, muss ich mich bewegen und beim Denken durch die Gegend laufen. Dann fallen mir auch noch die Lösungen für die Probleme ein, die ich beim Sitz-Denken nicht in den Griff bekommen konnte. Das Lauf-Denken ist sozusagen die Endphase. (Sieht ebenso merkwürdig aus, wenn man ruhelos im Kreis läuft – aber es wirkt.).

JF: Das ist nicht so sehr an einen Ort als an bestimmte Stimmungen gebunden. Wenn man locker drauf ist, kann man auch locker schreiben! :)

1.Die Serie ist ja sehr erfolgreich. Was ist Ihrer Meinung nach das „Geheimnis des Erfolges“?

HU: Der schräge Humor, die abgefahrenen Situationen, in die unsere Helden hinein geraten, die sehr skurrilen Charaktere der Nebenfiguren, es ist spannend, es gibt jede Menge überraschende Wendungen.

JF: Ich denke, die Leser spüren, wie viel Spaß wir beim Schreiben haben, und das überträgt sich auf die Leser – zumindest hoffe ich das.

Herr Friedrich, wie kommt die Nähe zum Café Kränzchen?

JF: Meine Frau ist Konditortochter, daher habe ich Einblick in diese Welt der Wallküren-Bällchen, Torten und anderen Leckereien. Allerdings übertreibe ich ab und zu ein wenig ;-)

Frau Ullrich, wie sind Sie auf MAX gekommen? Hat sie ein reales Vorbild?

HU: Eine meiner besten Freundinnen ist das Vorbild für MAX. Sie lebt in dieser Welt und es fasziniert mich, wie sie es schafft, sich von Luxus und Geld nicht einfangen zu lassen, sondern gradlinig ihren eigenen, sehr unkonventionellen Weg geht. Ihre Mutter war übrigens die Inspiration für MAX’ Großmutter.

Ist es einfacher, allein einen Roman zu schreiben oder als Team?

HU: Es geht sicher schneller, ein Buch alleine zu schreiben, teilweise ist es auch einfacher, aber es macht doppelt soviel Spaß, mit jemand gemeinsam ein Buch zu schreiben.

JF: Das Schreiben ist einfacher, weil wir uns gegenseitig motivieren, überraschen und gegenseitig „pushen“. Das notwendige Überarbeiten ist allerdings schwieriger, weil jede Änderung in einer mail, zu Änderungen in einer oder mehreren mails des jeweils Anderen zur Folge haben kann. Da muss man sehr aufpassen. Wir haben mittlerweile eine eigene Überarbeitungstechnik entwickelt.

Wie lange geht es mit PinkMuffin@BerryBlue noch weiter?

HU: 2012 kommt Band 7. Dann machen wir erst mal eine Pause. Ich hab stets Angst, die Leser irgendwann zu langweilen und zu hören wie sie stöhnen: „Ach je, schon wieder ein neuer Band.“

JF: Wir planen nicht langfristig, sondern nur von Band zu Band. Also kann ich Ihnen nur sagen, dass es einen siebten Band geben wird.

Haben Sie bereits weitere gemeinsame Projekte?

HU: Nichts Konkretes, aber wir denken darüber nach.

JF: Lassen Sie sich überraschen!