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Die Autoren

Lebenslauf von Hortense Ullrich:

Im Saarland geboren, in Bad Homburg aufgewachsen, in Wiesbaden studiert, in Frankfurt gearbeitet, in New York Kinder gekriegt und nun ansässig in Bremen. Zu kurz? Na gut, die Langversion:
Fangen wir hinten an. Wer bei Bremen mitleidig gelächelt hat, dem darf ich sagen, er möge es sich verkneifen. Ich finde Bremen wunderbar, ganz im Ernst.
Und bitte – das von jemandem, der acht Jahre lang in New York gelebt hat!
Bremen ist eine ideale Familienstadt, bietet auch und gerade kulturell alles, was man seinen Kindern gerne antut. (War mit meinen beiden Töchtern in Figaros Hochzeit, habe leider übersehen, daß der Veranstalter die Internationale Japanische Schule war und so lauschten wir über zwei Stunden lang japanischen Dialogen und italienischen Arien. Habe den Mädels angeboten, früher zu gehen, aber sie wollten bleiben: ”Wir müssen doch wissen, wie es ausgeht.” Die jungen Damen waren damals 6 und 9, daher war ihnen das Prinzip, daß nach allerlei Irrungen und Wirrungen sich dann doch die Richtigen kriegen, noch nicht so geläufig.)
Okay, zurück zum Lebenslauf – also, was haben wir bisher: Loblied auf Bremen, acht Jahre New York, zwei Töchter (dazu habe ich übrigens auch den passenden Ehemann).
Tja noch nicht allzu viel.
Gehen wir weiter zurück. Studium. Ich habe an der Werkkunst-Schule in Wiesbaden Design studiert, bin entsprechend Diplom Designer. Zur Ausübung meines studierten Berufes kam es allerdings nie, weil meine Professorin meine schriftliche Abschlußarbeit ihrem Ehemann zeigte. Er war Inhaber einer Werbe- und PR-Agentur in Frankfurt und er war über meinen Schreibstil derart entzückt, daß er mich vom Fleck weg engagierte. Dort habe ich zwei Jahre lang gearbeitet und dann hatte ich die Idee, Journalist zu werden.

Eins kam zum anderen und ich wurde Redakteur, Ressortleiter und schließlich Chefredakteur bei verschiedenen Fachzeitschriften für Werbung, Marketing und Medien in Frankfurt und München.
Dann wollte ich Drehbuchautor werden. Und wieder ein Volltreffer: das allererste Exposé für eine Serie wurde sofort genommen. Ein vielversprechender Anfang.
Doch dann kam der Karriereknick: Ein smarter Jung-Manager fragte mich eines Tages, ob es mir wohl gefallen würde, in New York zu leben, er könne das arrangieren. Wow, New York, any time!
Allerdings, wie so oft im Leben waren daran Bedingungen geknüpft: Erstens: ich mußte ihn heiraten, zweitens: ich mußte Kinder kriegen. Und zwar Töchter, zwei Stück.
Was soll ich sagen – ich habe mich drauf eingelassen und seine Bedingungen erfüllt.
Nach acht Jahren New York bot mein Ehemann mir dann Bremen als neue Heimat an. Auch dorthin bin ich ihm gefolgt und habe das Drehbuchschreiben wieder aufgenommen.
Dabei ist es mir immer wieder passiert, daß Redakteure und Produzenten, die meine Drehbücher gelesen hatten, meinten, das Beste wäre eigentlich die Art und Weise, wie ich die Regieanweisungen formuliere. (Gerade überlege ich, ob das wohl impliziert, daß die Dialoge echt schlecht waren.)
Und sie fragten mich, ob es mir denn nie in den Sinn gekommen sei, Bücher zu schreiben.
Nie in den Sinn gekommen – natürlich. Das wollte ich schon immer. Aber es hat mich ja keiner gefragt.
Und dann rief der Thienemann Verlag an ...

Lebenslauf von Joachim Friedrich:

Ich wurde am 11. August 1953 um 22.00 Uhr im Ruhrgebiet, genauer gesagt, in Oberhausen geboren. Ich lebe immer noch im Ruhrgebiet, genauer gesagt, in Bottrop. Ich lebe sehr gern dort, vor allem wegen der Menschen, und ich kann mir kaum vorstellen einmal von dort wegzugehen. Meine Eltern sind, wie es so schön heißt, ganz normale Leute. Mein Vater arbeitete vor seiner Pensionierung als Feuerwehrhauptmann und meine Mutter als Verkäuferin.

Was das Geschichtenschreiben betrifft, war meine Mutter in zweierlei Hinsicht ganz besonders wichtig für mich: Sie konnte zum einen Geschichten schreiben. Ohne sich besonders anzustrengen, hat sie immer gute Zensuren für ihre Schulaufsätze bekommen. Das hat sie mir wohl vererbt. Außerdem hat mich meine Mutter "so nebenbei" gelehrt, wie schön Lesen sein kann. Der Grund dafür ist ihre Leidenschaft für Kriminalromane. Denn schon bald wurde ich neugierig. Was war nur an diesen Krimis, dass meine Mutter sie buchstäblich verschlang? Und siehe da, in unserer Stadtbibliothek gab es nicht nur Krimis für Erwachsene, sondern auch für Kinder. Zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen zählen die Winterabende, die ich mit meiner Mutter in unserer Küche verbrachte, sie an der einen Seite des Küchentisches und ich an der anderen, beide mit einem Krimi vor der Nase.

Die Wahl meines Berufs hat mich sehr lange beschäftigt, eigentlich bis heute. Ich hatte die Realschule mit einem Notendurchschnitt abgeschlossen, der meine Eltern nicht gerade in Entzücken versetzte. Außerdem hatte ich mir nie viel Gedanken darüber gemacht, welchen Beruf ich ergreifen wollte. Doch plötzlich musste ich eine Entscheidung treffen. Ich wählte, das weiß ich heute, den leichtesten Weg: Ich wollte ins Büro! Ich stellte mir vor, dort wäre es immer schön warm, die Wochenenden hätte ich frei und ich könnte während der Arbeit Kaffee trinken. Noch während der Ausbildung beobachtete ich, was die Leute taten, die auch diesen Beruf erlernt hatten. Es gefiel mir nicht. Ich fand es langweilig. Also packte mich der Ehrgeiz. Ich dachte, ich müsse mich besser ausbilden, dann würde ich auch eine Beschäftigung finden, die mir Spaß machte. Also holte ich das Abitur nach und studierte Volkswirtschaftslehre. Aber nachdem ich damit fertig war, stellte ich fest, dass mir die Arbeitsstellen, die mir angeboten wurden, auch nicht sehr gefielen. Also machte ich weiter. Mit meinem Doktor in der Tasche fing ich schließlich bei der Lufthansa an. Ich flog ein paar Jahre um die Welt und es gefiel mir eigentlich ganz gut. Doch so richtig zufrieden war ich nicht. Ich entschied mich, noch eine Stufe höher zu klettern und wurde Professor und Unternehmensberater.

Mittlerweile war ich schon Mitte dreißig. Da entdeckte ich das Buch "Momo" von Michael Ende. Als ich es las, wurde mir schlagartig etwas bewusst. Die "grauen Herren", die in der Geschichte anderen Leuten die Zeit stehlen und gegen die Momo kämpft, waren so wie ich. Ich war einer dieser grauen Herren geworden. Das musste ich ändern. Ich entschloss mich noch einmal von vorne anzufangen.
Ich erinnerte mich an meine Kindheit und daran, wie gern ich damals Geschichten gelesen und erzählt hatte. Und da ich durch eine Geschichte zu dem Entschluss gekommen war mein Leben zu ändern, begann ich selbst Geschichten zu schreiben.

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